Zweite wasserführende Ebene

Die zweite wasserführende Ebene unter der Fensterbank

Der wichtigste Handgriff unter Ihrer Außenfensterbank — und der, der am häufigsten vergessen wird.

Klicken Sie sich durch die sieben Schritte des Aufbaus. Die Ansicht wechselt zwischendurch von oben auf die Seite und wieder zurück, weil man Gefälle und Kleberaupen nur aus je einer Richtung sinnvoll sieht. Zu jedem Schritt sehen Sie die passenden Produkte.

Vlies oder Butylband Hinten am Rahmen hochgezogen Vlies- oder Butylecken Nur in die beiden hinteren Stöße Dämmkeil Durchgehende Fläche, Gefälle nach vorn Kleberaupen Vom Fenster zur Fassade Abstand 10 bis 15 cm Fensterbank mit Endstücken Kompriband zwischen Endstück und Wand Vlies oder Butylband Vor dem Rahmen hoch, hinter dem Keil Dämmkeil Durchgehend, Gefälle nach vorn Kleberaupe Längs geschnitten, läuft mit dem Gefälle Auftrag 10 mm, verpresst 5 mm
RohbauIn die Mauer ist eine Öffnung geschnitten. Das Fenster ist dünner als die Wand und sitzt zurückversetzt, davor bleibt die Restmauer stehen. Auf dieser Fläche wird gearbeitet, seitlich begrenzt von den Laibungen, vorn bündig mit der Fassade. Vlies oder ButylbandDie Sperrschicht kommt auf die Brüstung und wird hinten vor dem Rahmen hochgezogen. Ein Gefälle braucht sie nicht — sie soll kein Wasser ableiten, sondern den Baukörper schützen. Vlies ist diffusionsoffen, eingedrungene Feuchte trocknet über die Membrane nach außen ab. Butylband ist sofort dicht und unempfindlich beim Einbau, dafür dampfdicht. Fensteranschlussband für den AußenbereichAnschlussband außen Fensteranschlussband mit PutzgewebeAnschlussband mit Putzgewebe Drainage AbdichtungsbahnDrainage Abdichtungsbahn ButylbandButylband Vlies- oder ButyleckenDie Ecken schließen die beiden hinteren Stöße, wo Rahmen, Laibung und Brüstung zusammentreffen. Genau dort läuft die Sperrschicht sonst offen aus. Vliesecken werden in Dichtstoff eingebettet, Butylecken sind selbstklebend und lassen sich in den Dreikantstoß drücken. ButylformeckeButylformecke Profi Innenecken vlieskaschiertInnenecken vlieskaschiert DämmkeilDer Dämmkeil kommt als durchgehende Fläche auf die Sperrschicht und erzeugt das Gefälle nach vorn. Ihre Oberseite ist die eigentliche wasserführende Ebene — was hier ankommt, läuft nach außen ab. Nebenbei verhindert sie die Wärmebrücke unter der Fensterbank. Drainage DämmkeilDrainage Dämmkeil KleberaupenAufgetragen wird rund 10 mm hoch, verpresst bleiben etwa 5 mm; genau dieser Spalt lässt Wasser abfließen. Raupenabstand 10 bis 15 cm, Kleber dauerelastisch mit Shore A 35 bis 50. Die Seitenansicht schneidet eine Raupe der Länge nach an. Kontex Drainage-Kleber TOP XDrainage-Kleber TOP X DraufsichtDie Raupen laufen vom Fenster zur Fassade, also in Gefällerichtung. Quer verlegt würde jede Raupe als kleiner Damm wirken und das Wasser stauen. Zwischen den Raupen bleiben offene Rinnen. FensterbankDie Bank steht vorn über die Fassade hinaus, hinten schließt sie an den Rahmen an. Links und rechts gehen Bank und Endkappen genau in die Laibung hinein, ohne seitlichen Überstand. Das Kompriband sitzt außen auf dem Endstück und drückt von dort gegen die Wand — eine dünne Schicht in der Fuge, die nicht in die Laibungsöffnung hineinragt und sie damit verschließt. Damit ist seitlich nur noch der Bereich am Rahmenstoß offen — und was dort eindringt, landet auf dem Keil und läuft nach vorn ab. Aluminium-Fensterbänke Alle Drainage-Produkte

Eine Fensterbank leitet Regen von der Fassade weg. Dicht ist sie deshalb aber nicht automatisch: an den Endkappen, am Übergang zum Fenster und in den unteren Ecken bleiben Fugen. Die zweite wasserführende Ebene ist eine zusätzliche Abdichtung unter der Fensterbank. Sie fängt auf, was durchkommt, und leitet es kontrolliert wieder nach vorn heraus.

Warum das wichtig ist

Ohne diese Ebene ist die Fensterbank das Einzige, was zwischen Schlagregen und der Wand steht. Versagt sie an einer Stelle, läuft Wasser in Dämmung und Mauerwerk — und zwar unbemerkt.

  • Nasse Dämmung verliert ihre Wirkung, die Heizkosten steigen ohne erkennbare Ursache.
  • Putz platzt unter der Bank ab, im Winter kommen Frostschäden dazu.
  • Innen zeigen sich Stockflecken an der Laibung.
  • Im Holzbau können holzzerstörende Pilze das Tragwerk angreifen.

Solche Schäden entstehen langsam und bleiben lange unsichtbar. Wenn man sie sieht, muss meist die halbe Brüstung geöffnet werden.

Wann Sie sie brauchen

Der Fensterbankeinbau ist nicht normativ geregelt. Maßgeblich sind die anerkannten Regeln der Technik, also der RAL-Montageleitfaden und das VDPM-Merkblatt. Danach gehört die zweite Ebene dazu, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Die Fassade hat eine Außendämmung.
  • Die Fensterbank wird nachträglich in eine fertige Fassade eingesetzt.
  • Die Endkappen sind aufgesteckt und nicht geprüft schlagregendicht.
  • Es ist eine Naturstein- oder Kunststeinbank — das Material saugt Wasser.
  • Das Gebäude ist ein Holzbau oder hat eine Holzfaserdämmung. Dort ist sie über die Zulassung des Dämmsystems meist verbindlich.

Der häufigste Fehler auf der Baustelle: die Fuge unter der Fensterbank wird zum Schluss „sauber" mit Silikon verschlossen. Damit ist die Wanne dicht — und das Wasser kommt nicht mehr heraus. Diese Fuge bleibt offen.

Häufige Fragen

Ist das Vorschrift?
Es gibt keine Norm, die den Fensterbankeinbau regelt. Verbindlich sind die anerkannten Regeln der Technik: RAL-Montageleitfaden und VDPM-Merkblatt. In den oben genannten Fällen fordern sie die zweite Ebene, im Holzbau ist sie über die Zulassung des Dämmsystems meist verbindlich.

Was kostet das zusätzlich?
Das Material für ein normales Fenster liegt im niedrigen zweistelligen Bereich. Eine spätere Sanierung der Brüstung kostet ein Vielfaches.

Meine Fensterbank ist schon eingebaut — und jetzt?
Nachrüsten geht nur, wenn die Bank noch einmal abgenommen wird. Prüfen Sie zuerst, ob die Fuge unter der Bank offen ist und ob sich darunter Feuchtigkeit zeigt.

Vlies oder Butyl — was nehme ich?
Butyl ist sofort dicht und verzeiht Feuchtigkeit beim Einbau, ist aber dampfdicht und nicht überputzbar. Vlies muss in Kleber oder Dichtstoff eingebettet werden, trocknet dafür aus und lässt sich überputzen. In der Praxis kombiniert man beides: Vlies auf der Fläche, Butyl in den Ecken.

Grundlage dieser Seite

  • Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren. RAL-Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren gemeinsam mit ift Rosenheim, Ausgabe März 2024.
  • Merkblatt „Ausbildung von Details mit Profilen und Fugendichtungsbändern bei Außenputz und WDVS". Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM).
  • Richtlinie Fensterbank für deren Einbau in WDVS- und Putzfassaden. Österreichische Arbeitsgemeinschaft Fensterbank, 4. Ausgabe 2020.
  • Empfehlungen für den Einbau und Ersatz von Metall-Fensterbänken in WDVS-Fassaden. Gütegemeinschaft Wärmedämmung von Fassaden, 2011.
  • Montageanleitung Drainagesystem, KONTEX Bausysteme.

Diese Seite fasst den Stand der genannten Regelwerke allgemein verständlich zusammen. Sie ersetzt keine Planung im Einzelfall — maßgeblich sind die Vorgaben Ihres Dämmsystemherstellers und die Angaben in den Verarbeitungsrichtlinien der verwendeten Produkte.

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